Der Anker in der Sulzbachstraße ist das „Mekka“ für ehemalige Zerstörerfahrer
Die Marinekameraden aus Dudweiler hatten am letzten Sonntag der Sommerferien zu ihrem 17. Ankerfest eingeladen. Es gilt schon fast als Brauchtum, dass sie ihren sommerlichen Veranstaltungshöhepunkt auch jedesmal mit einem ökumenischen Gottesdienst eröffnen. Pastoralreferentin Ute Gress hat in ihrer Predigt sehr eindrucksvoll den Begriff Kameradschaft herausgestellt, und die Tatsache, dass nie der Kapitän allein es ist, der sein Schiff durch die Stürme navigiert, sondern es immer eine Leistung der gesamten Besatzung ist.
Seitdem (2007) der Anker des ehemaligen Zerstörers Lütjens, der ja von 1971 bis 2003 Patenschiff des Saarlandes war, in Dudweiler steht, laden die Marinekameraden in Dudweiler einmal im Jahr ein zu ihrem Ankerfest. Und es muss nicht wundern, dass dieser Anker auch immer wieder von ehemaligen Besatzungsmitgliedern aus dem gesamten Bundesgebiet als Anlaufstelle genommen wird, um mit alten Kameraden in gemeinsamen Fahrenszeiten zu schwelgen. So auch in diesem Jahr: sie kamen aus Weil am Rhein, aus Hockenheim, aus Berlin, aus Regensburg, aus Mayen, aus Gemmingen, aus Salzkotten und aus Kaiserslautern. Unter ihnen auch immer wieder der letzte Kommandant der Lütjens, Michael Meding und der Ehrenvorsitzende der MK Dudweiler, Günter Hary.
Doch sind es nicht allein die ehemaligen Seeleute der Lütjens, die das Ankerfest zu einem besonderen Höhepunkt machen, vielmehr sind es die Bürgerinnen und Bürger aus Dudweiler und Umgebung, die diese Veranstaltung schon seit Monaten fest in ihren Kalendern stehen haben und dieses Fest zu einem regionalen Höhepunkt machen. Und es war einmal mehr The Fisherman Axel Schweizer, der die vielen Gäste mit bekannten Schlagern und Hits zum Mitsingen und Mitrocken animiert hat.
Mittlerweile sind 23 Jahre vergangen, seitdem das Saarland kein Patenschiff mehr hat. Umso größer ist die Freude, wenn eines guten Tages eine Fregatte Saarland in den Dienst der Marine gestellt wird. Doch bis dahin werden noch tonnenweise Hektoliter Wasser durch den Sulzbach fließen.
Text und Fotos: Michael Meding
